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Was bedeutet der Begriff berufsunfähig? Verminderte Erwerbsfähigkeit vs. Berufsunfähigkeit.

Hinsichtlich der Definition des Begriffes Berufsunfähigkeit muss zunächst unterschieden werden, ob diese aus Sicht des Gesetzgebers oder aus Sicht einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erfolgt.

Der Gesetzgeber sprach dann von Berufsunfähigkeit, wenn der Versicherte seiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr nachgehen konnte, weil die Folgen eines Unfalls oder einer Erkrankung seine Leistungsfähigkeit um mehr als die Hälfte reduzierten.

Voraussetzungen & Einschränkungen der staatlichen Absicherung:

Allerdings ist dieses Risiko nach Reformen und Änderungen hinsichtlich der gesetzlichen Rentenversicherung so nicht mehr abgesichert. Ebenfalls entfallen ist inzwischen die Unterscheidung zwischen Erwerbsunfähigkeit, die dann vorlag, wenn der Versicherte aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen keine Tätigkeit mehr ausüben konnte, und Erwerbsminderung. Der Gesetzgeber kennt jetzt nur noch die Erwerbsminderung.

Ein Versicherter hat dann Anspruch auf die volle Erwerbsminderungsrente, wenn seine Leistungsfähigkeit für die Ausübung seiner Tätigkeit auf unter drei Stunden pro Tag gesunken ist, und Anspruch auf die halbe Erwerbsminderungsrente, wenn seine Leistungsfähigkeit sich auf unter sechs Stunden täglich reduziert hat. Dabei beträgt die volle Erwerbsminderungsrente maximal 40 Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres, die halbe Erwerbsminderungsrente maximal 20 Prozent.

Die Auszahlung der Erwerbsminderungsrente ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, hierzu gehört beispielsweise, dass der Versicherte innerhalb der letzte 5 Jahre (vor dem Eintritt der Erwerbsminderung) mindestens drei Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse, einbezahlt hat. Insgesamt muss eine Beitragszeit von mindestens 5 Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung ("Wartezeit") erreicht werden.

Sonderregelung:

Für vor dem 2. Januar 1961 geborene Versicherte existiert eine Sonderregelung: Für sie besteht weiterhin einen "Berufsschutz". Sie erhalten auch dann eine Rente, wenn Sie irgendeine Tätigkeit ausüben könnten, diese ihnen aufgrund ihrer Ausbildung aber nicht "zumutbar" wäre. Allerdings wurde bei der letzten Reform 2001 der Zahlunhsanspruch auf die Höhe einer halben Erwerbsminderungsrente (50% der vollen Erwerbsminderungsrente) begrenzt!

Berufsunfähigkeit in der der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung:

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung definiert die Berufsunfähigkeit etwas anders, wobei sich geringfügige Unterschiede aus den Vertragsbedingungen ergeben. Allgemein gilt als berufsunfähig, wer aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen infolge eines Unfalls oder einer Erkrankung seinen zuletzt ausgeübten und versicherten Beruf nicht mehr oder nur in begrenztem Umfang ausüben kann.

Liegt eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50% vor, dann wir in aller Regel die volle vereinbarte Rente fällig! Die Versicherungsleistung erfolgt in diesem Fall in Form einer monatlichen Rente, die in der Höhe und über den Zeitraum ausbezahlt wird, der vertraglich vereinbart wurde. Im Normalfall wird eine Berufsunfähigkeit anerkannt, wenn die Leistungsfähigkeit des Versicherungsnehmers auf weniger als etwa sechs Stunden pro Tag sinkt. Dabei muss durch ein ärztliches Gutachten bestätigt werden, dass dieser Zustand aller Voraussicht nach dauerhaft oder über einen Zeitraum von meist mindestens sechs Monaten ununterbrochen bestehen wird.

Abstrakte & Konkrete Verweisung:

Sowohl der Gesetzgeber als auch die private Berufsunfähigkeitsversicherung haben, je nach vertraglicher Vereinbarung, die Möglichkeit, eine konkrete oder abstrakte Verweisung auszusprechen.

Ist bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung eine abstrakte Verweisung vereinbart, dann ist zunächst nicht berufunfähig, wer der Ausbildung oder der Berufserfahrung, der Kräfte und Fähigkeiten, sowie des geistigen Zustandes nach eine berufsverwandte Tätigkeit ausüben könnte - sofern diese kein unangemessen geringeres Einkommen oder gesellschaftliches Ansehen bedeuten würde. Ein Beispiel hierfür wäre ein Sportlehrer, der aufgrund einer Erkrankung, eines Unfalls oder einer Behinderung zwar nicht mehr aktiv unterrichten kann, jedoch nach wie vor als sportlicher Berater arbeiten könnte. Er würde, unabhängig davon ob er diese Anstellung praktisch bekommt, keine Zahlung erhalten.

Ist vertraglich eine konkrete Verweisung vereinbart, kann die Leistung nur verweigert werden, sofern der Versicherte eine entsprechende Tätigkeit tatsächlich ausübt.



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Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

1. Grundlagen der BU-Versicherung - Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

2. Definition Berufsunfähigkeit - Wann ist man nach den Versicherungsbedingungen berufsunfähig?

3. Die Leistungen der BU - Welche Leistungen bietet eine Berufsunfähigkeitversicherung?

4. Die Beitragshöhe in der BU - Wie bestimmen Berufsunfähigkeitsversicherungen die Beiträge?

5. Die beste BU Versicherung finden - Wie finden Sie den besten Anbieter und das passende Produkt?